Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Positive Nachrichten verbreiten statt Jammern

Veröffentlicht am 31.08.2018

Neulich im Seminar: Wir bearbeiten das Thema Feedback und in einer Übung geht es darum, dass die teilnehmenden Führungskräfte Beispiele für verschiedene Feedback-Arten formulieren. Beim „Rat an einen zukünftigen Auszubildenden“ wird in der Runde vorgetragen: „Such Dir einen anderen Beruf in einer anderen Branche aus.“ Der Vortragende erntet Gelächter und es ist ja auch lustig gemeint.

Mir als Dozentin bleibt das Lachen im Halse stecken. Ich habe das Gefühl, dass dieser Ratschlag stellvertretend für den Frust steht, der sich bei einem Teil der anwesenden Führungskräfte angesammelt hat. Tatsächlich wird die Vorlage von anderen Teilnehmern aufgegriffen. Hier einige Zitate:

- "Wie soll ich die Mitarbeiter führen, sodass sie für das bisschen Gehalt viel Leistung bringen?

- Warum ist es nicht o.k., als Mitarbeiter einfach Dienst nach Vorschrift zu machen?

- Kein Wunder, dass wir keine Azubis finden! Diese Arbeit zu den Bedingungen will doch kein Junger mehr machen.

- Ich finde es ehrlich, einem Bewerber aufzuzeigen, was wirklich auf ihn zukommt."

Eine Tatsache ist, dass die Hotellerie und Gastronomie im Branchenvergleich beim Gehalt auf den unteren Rängen landet. Es ist ebenso Fakt, dass es schwarze Schafe in der Branche gibt, die ihre Mitarbeitenden ausbeuten. Die Presse berichtet gern darüber und es ist gut, Missstände anzuklagen.

Doch ich frage mich, wo die positiven Nachrichten aus unserer Branche bleiben. Also stelle ich die Frage den Führungskräften im Seminar, warum sie immer noch in Küche, Service, am Empfang, im Housekeeping oder Sales tätig sind. „Weil ich nichts Besseres gelernt habe.“, ist die erste flapsige Antwort, es folgen dann diese Aussagen:

-          Weil ich jeden Morgen gespannt bin, was mich tagsüber erwartet.

-          Weil ich mich freue, wenn ich mit meiner Arbeit anderen eine Freude machen kann.

-          Weil ich die Menschen cool finde, die in meinem Betrieb arbeiten.

-          Weil ich mich entsprechend meiner Neigungen entwickeln kann.

-          Weil mir viel zugetraut wird und mich das nach vorne bringt.

-          Weil wir gemeinsam Erfolge feiern.

Was ist es bei Ihnen, dass Sie für Ihren Beruf brennen lässt? Teilen Sie mit anderen Ihre positiven Erfahrungen anstatt nur über die Umstände zu jammern! Beeinflussen Sie als Führungskraft das Miteinander-Arbeiten positiv und versuchen Sie den Rahmen Ihrer Möglichkeiten auszuschöpfen, wenn es darum geht, unfaire Arbeitsbedingungen zu verbessern! Überlassen wir das Feld nicht den Miesmachern und Frustrierten sondern tragen wir alle unseren Teil dazu bei, dass die Berufe in Hotellerie und Gastronomie wieder ein positives Image bekommen!

Hosted by WEBLAND.CH