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Mitarbeiterkommunikation beim Re-Start erfolgreich gestalten

Veröffentlicht am 21.05.2021

In der Hotellerie und Gastronomie wird Licht am Ende des Tunnels erkennbar. Öffnungsszenarien werden in der gesamten DACH-Region nicht nur diskutiert, sondern sie rücken mit konkreten Öffnungsdaten immer näher. Wie haben Sie die letzten Monate in Ihrem Unternehmen hinsichtlich der Mitarbeiterkommunikation genutzt? Haben Sie neue Rituale geschaffen (s. Blogbeitrag "Signale")? Wenn ja, können Sie sicher beim Re-Start davon profitieren! Zusätzlich möchte ich Ihnen gern vier Impulse für eine erfolgreiche Mitarbeiterkommunikation in dieser speziellen Situation mitgeben:

  1. Sorgen Sie für Relevanz.
  2. Unterstützen Sie den Aufbau von Vertrauen.
  3. Bauen Sie Brücken zur Wiedereingliederung.
  4. Geben Sie Raum für aktive Mitgestaltung.

In meinem Seminar "Erfolgreiche Mitarbeiterkommunikation" bei der Deutschen Hotelakademie frage ich die angehenden Betriebswirte nach Ihren persönlichen Erfahrungen. Aus sechs Aussagen können sie drei auswählen, die am ehesten für sie zutreffen. Hier das aktuelle Umfrageergebnis (05/2021):

Welche drei der sechs Aussagen stehen für Ihre Erfahrungen mit Mitarbeiterkommunikation?Welche drei der sechs Aussagen stehen für Ihre Erfahrungen mit Mitarbeiterkommunikation?

Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie diese Grafik betrachten?

Diese Frage stellte ich auch den Studierenden. Als erste Antwort kam eine Beschwerde. Es wären nur positive Aussagen, für die man sich hätte entscheiden können. Viel lieber hätte man aber negative Erfahrungen mit der Mitarbeiterkommunikation geteilt. So erklärt sich, warum nur etwas mehr als ein Viertel glaubt, stets gut über Abläufe im Unternehmen informiert zu sein und auch die anderen Aussagen sehr zurückhaltend ausgewählt wurden. Was können Sie gerade jetzt als Führungskraft tun, um zu einer besseren Mitarbeiterkommunikation beizutragen?

1. Sorgen Sie für Relevanz

Wir alle erhalten täglich eine Flut an Informationen. Automatisch setzen wir Filter, welche Informationen wir tatsächlich zu uns durchdringen lassen. Damit Ihre Informationen zum Re-Start bei Ihren Mitarbeitenden nicht nur ankommen, sondern auch verarbeitet werden, sollten Sie überlegen, was Ihr Team jetzt unbedingt wissen muss. Reduzieren Sie den Informationsgehalt auf das Wesentliche. Verpacken Sie die Informationen so, dass die Mitarbeitenden von Ihrem Wissenstand aus abgeholt werden. Was dürfen Sie als bekannt voraussetzen und was nicht? Wie können Sie deutlich machen, wofür diese Informationen nützlich sind. Was hat der einzelne Mitarbeitende für einen Vorteil, wenn er sich diese Informationen zu eigen macht?

2. Unterstützen Sie den Aufbau von Vertrauen

Hand aufs Herz: welches Gefühl überwiegt bei Ihnen, wenn Sie an den Re-Start denken? Ist es Freude, Euphorie, Enthusiasmus oder ist es eher Vorsicht, Unsicherheit, Angst? Machen Sie Ihrem Team nichts vor, sondern versuchen Sie Ihre Informationen glaubwürdig darzustellen. Versprechen Sie jetzt nichts, was Sie nicht halten können! Die aktuelle Lage ist fragil und wenn Sie zugeben, dass Sie das beunruhigt, schaffen Sie mehr Vertrauen, als wenn Sie behaupten, dass schon alles gut werden wird. Gut werden kann es dennoch.

3. Bauen Sie Brücken zur Wiedereingliederung

Die Mitarbeitenden, die Ihnen in der Krise treu geblieben sind, freuen sich darauf, dass es endlich mit der Arbeit losgeht. Jedoch weiß keiner, wie es sich anfühlen wird, wieder den ganzen Tag auf den Beinen zu sein, mit Zeitdruck und hohen Gästeansprüchen umzugehen. Dazu kommen veränderte Arbeitsbedingungen, die so von früher zum Teil nicht bekannt sind. Fragen Sie bei jedem Einzelnen nach, wie er seine Verfassung einschätzt. Berücksichtigen Sie diese Aussagen bei der Dienstplangestaltung und beobachten Sie genau die Leistungsfähigkeit Ihres Teams. Planen Sie nach dem ersten Tag eine kleine Feedbackrunde ein und eine größere nach der ersten Woche. Die robusten im Team können sich als Re-Start-Paten engagieren und Sie so bei Ihrer Führungsarbeit entlasten.

4. Geben Sie Raum für aktive Mitgestaltung
Für den Re-Start gibt es kein Rezept! Es gibt jedoch Erfahrungswerte aus dem vergangenen Jahr. Bitten Sie Ihre Mitarbeitenden, die jetzt zum zweiten Mal mit Ihnen den Betrieb hochfahren, um Ihre Unterstützung. Was möchten sie jetzt anders machen als im Sommer 2020? Was hat sich damals bewährt? Vergleichen Sie die Mitarbeiterperspektive mit Ihrer Sicht der Dinge und ziehen Sie die richtigen Schlüsse.  Bei den vielen gesetzlichen Vorgaben, denen Sie und Ihr Team nun gerecht werden müssen, tut es gut, gemeinsam zu überlegen, wo die Gestaltungsfreiräume liegen. Jetzt ist eine gute Zeit, um bestehende betriebliche Regeln zu prüfen. Erleichtern sie die Arbeit oder erschweren sie diese unnötig? Wenn es erforderlich ist, vereinbaren Sie neue Regeln gemeinschaftlich. Haben Sie keine Angst vor den Ideen Ihrer Teammitglieder. Ihnen wird viel daran liegen, dazu beizutragen, dass der Re-Start gelingt und sie wieder erfolgreiche Gastgeber sein können. 

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