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Führung braucht Zuversicht

Veröffentlicht am 18.03.2020

Kennen Sie die Parabel von den drei Fröschen, die in einen Topf Sahne fallen? Sie beleuchtet den Unterschied zwischen Zuversicht, Optimismus und Pessimismus! 

Hier kommt die Geschichte:

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Drei Frösche spazieren an einem sonnigen Nachmittag über eine Terrasse. Sie hüpfen auf den Tisch, auf dem noch der Topf mit Sahne von der Kaffeepause steht. Neugierig inspizieren sie den Topfrand und purzeln einer nach dem anderen in den Topf hinein. Sogleich schreit der erste Frosch pessimistisch:  "O je, wir sind verloren", ergibt sich seinem Schicksal und ertrinkt. Der optimistische Frosch tröstet den verbliebenen Kollegen: "Keine Sorge, irgendjemand wird uns schon retten." Er wartet und wartet und ertrinkt ebenso. Der letzte der drei ist ein zuversichtlicher Frosch: „Von wegen abwarten! Hier hilft nur strampeln." Er reckt den Kopf über die Oberfläche und strampelt bis die Sahne zu Butter wird und er aus dem Topf springen kann.

 Welche Schlüsse ziehen Sie aus dieser Geschichte?

Vorhin habe ich einer Kollegin geschrieben, dass mein Optimismus zurzeit sehr strapaziert wird und ich noch auf der Suche nach dem Guten in dieser Krise bin. Wenn man so will, bringt dieser Satz eine Mischung aus Optimismus und Zuversicht zum Ausdruck! Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr wird mir bewusst, dass ich weniger Energie in die Aufrechterhaltung meiner optimistischen Frohnatur, sondern viel mehr in das Sehen von Möglichkeiten stecken sollte. Genau darin liegt der Ursprung des Wortes „Zuversicht“. Bereits im althochdeutschen „zuofirsiht“ (ehrfurchtsvolles Aufschauen, Hoffen)“ und im mittelhochdeutschen „zuoversiht“ (Voraussehen auf die Zukunft) ist das Wort „Sicht“ enthalten. Es geht um die Fähigkeit zu sehen, einen Ausblick zu wagen und dabei die Hoffnung nicht zu verlieren, jene Hoffnung, dass es sich lohnen wird, trotz der Krise, etwas zu unternehmen. Im heutigen Sprachgebrauch definiert der Duden Zuversicht als festes Vertrauen auf eine positive Entwicklung in der Zukunft, auf die Erfüllung bestimmter Wünsche und Hoffnungen.

Um zuversichtlich in die Zukunft zu schauen, braucht es demnach Vertrauen. Haben Sie Lust auf eine kleine Übung? Dann schreiben Sie jetzt fünf Sätze auf, die folgendermaßen beginnen: „Ich vertraue auf … .“

Wenn Sie die fünf Sätze aufgeschrieben haben, betrachten Sie Ihre Aussagekraft mit Hilfe dieser Fragen:

  • Worauf vertrauen Sie? Zum Beispiel auf Ihre Fähigkeiten, Ihr Unternehmen, Ihr berufliches Netzwerk, private Beziehungen, gute Einfälle, Ihre robuste Gesundheit, den Staat, auf Gott ...
  • Wie fühlt sich diese Liste an? Zum Beispiel gut, vollständig, vielseitig, überraschend ...
  • Wobei müssen Sie z.B. schmunzeln und wodurch fühlen Sie sich besonders ermutigt?
  • Welcher Satz ist Ihnen zuerst in den Sinn gekommen? Warum? 
  • Ist es Ihnen leicht gefallen, insgesamt fünf Satzergänzungen zu machen? Wenn ja, was bedeutet das in Ihrer aktuellen Situation? Wenn nein, woran könnte es liegen? Was können Sie tun, um mehr Vertrauen zu entwickeln?
  • Durch welche dieser Aussagen eröffnen sich Handlungsmöglichkeiten? Womit können Sie direkt beginnen?

Hier sind wir wieder beim zuversichtlichen Frosch angelangt. Es geht nicht um eine naive Hoffnung, dass am Ende alles gut wird (und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende), sondern darum, dass wir mutig und trotz aller Probleme nach vorne schauen und dabei jeden Tag aufs Neue prüfen, welche Optionen wir haben. Als Führungskraft habe ich dabei zusätzlich eine Verantwortung gegenüber meinen Mitarbeitenden, diese Optionen zu prüfen, das Ergebnis zu kommunizieren und dabei Zuversicht auszustrahlen.

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