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Feedback annehmbar gestalten - Teil 2

Veröffentlicht am 20.07.2021

Teil 2 Zum Aktiven Zuhören ermutigen!

In dieser Blog-Reihe aus drei Teilen geht es darum, dem Feedbackgeber* einige Werkzeuge an die Hand zu geben, die eine Brücke zum Feedbacknehmer* bauen. Das Ziel ist, dass er ein Feedback leichter annehmen kann. In erster Linie fallen mir dazu Situationen ein, in denen es um kritisches bzw. konstruktives Feedback geht (s. Beispiele in Teil 1 „Beobachten, ohne zu bewerten“). Manchen fällt es zudem schwer, sogar positives Feedback anzunehmen. Eine abwehrende Reaktion auf ein Lob gilt es ebenfalls zu vermeiden, denn sie schmälert seine Wirkung.

*Selbstverständlich sind auch Feedbackgeberinnen und -nehmerinnen gemeint. Der besseren Lesbarkeit wegen verwende ich hier nur die männliche Form. 

Plakat Aktiv zuhören
von Andrea SahmerPlakat Aktiv zuhören von Andrea SahmerDas Kommunikationswerkzeug, das ich heute empfehlen möchte, ist das Aktive Zuhören. Womöglich fragen Sie sich jetzt, wieso Sie sich, als Feedbackgeber, Gedanken über das Aktive Zuhören machen sollten: Der Zuhörer ist doch der Empfänger des Feedbacks und nicht ich als Sender? Ich stelle eine Gegenfrage: Möchten Sie, dass Ihnen zugehört wird? Wenn ja, dann lohnt es sich, darüber nachzudenken, wie Sie dem Feedbacknehmer das Zuhören erleichtern können.
Dafür müssen wir uns folgendes bewusst machen: Zuhören ist eine Aktivität!
Im Gegensatz zum Hören passiert es nicht automatisch. Ein Feedbacknehmer kann Ihre Worte hören, ohne sie wirklich aufzunehmen. Stattdessen legt er sich womöglich die Antwort auf Ihr Feedback zurecht und nimmt so nur Teile Ihres Feedbacks wahr (siehe Plakat). Die Aufnahme des Gehörten ist jedoch eine Voraussetzung dafür, dass Ihr Feedback Wirkung erzielt. Was können Sie als Feedbackgeber tun, damit der Feedbacknehmer sich fürs Zuhören entscheidet?


1. Wählen Sie einen Zeitpunkt aus, an dem

  • der Feedbacknehmer „wach“ ist (z.B. am Vormittag).
  • der Feedbacknehmer und Sie selbst keinen Stress haben.
  • die Umgebungsgeräusche in der Abteilung gering sind (z.B. nach der Frühstückszeit, nach den Check-Outs).

2. Ermutigen Sie zum Zuhören, indem Sie

  • den Feedbacknehmer wortwörtlich dazu einladen.
  • dem Feedback Ihre volle Aufmerksamkeit schenken („zwischen-Tür-und-Angel-Feedback“ vermeiden, auch bei einem Lob).
  • auf Ihre Körpersprache achten (zugewandt, offen, interessiert).

3. Beobachten Sie den Feedbacknehmer, ob er

  • aufmerksam ist (Blickkontakt, zugewandte Körperhaltung).
  • entspannt ist (Mimik, Gestik, Körperhaltung).
  • physische Reaktionen zeigt (rot werden, schwitzen, feuchte Augen usw.).

4. Stellen Sie Fragen, die

  • den Feedbacknehmer einladen, über das Gehörte zu sprechen.
  • dazu beitragen, den Nutzen des Feedbacks zu verdeutlichen.
  • Ihnen helfen wahrzunehmen, wie es dem Feedbacknehmer mit dem Feedback geht.

Erst wenn Sie sich sicher sind, dass Ihrem Feedback zugehört wurde, können Sie es so stehen lassen und ihm Zeit geben, seine Wirkung zu entfalten. Sollte es dem Feedbacknehmer in der aktuellen Situation nicht möglich sein, zuzuhören (z.B. zu aufgewühlt oder abgelenkt), dann könnten Sie zeitnah einen Termin für ein Vier-Augen-Gespräch vereinbaren und das Feedback wiederholen.

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